Pflanzenlexikon

Dieffenbachia

Gefährlich schön? Nunja! Die Dieffenbachie stellt auf jeden Fall ein paar Anforderungen an dich, wenn du sie in deinen Dschungel aufnehmen willst. Das ist sie wert: Sie belohnt dich nämlich mit wunderschön gefleckten oder gesprenkelten Blättern.

  • Licht & Standort
  • Dieffenbachia gießen
  • Dieffenbachia düngen
  • Giftigkeit der Dieffenbachia
  • Arten & Farben der Dieffenbachia
  • Wachstum, Größe & Blüten der Dieffenbachia
  • Krankheiten & Schädlinge der Dieffenbachia
  • Dieffenbachia überwintern
  • Dieffenbachia umtopfen
  • Dieffenbachia vermehren
Sprechblase

Offizielle Bezeichnung 
Dieffenbachia, Dieffenbachia seguine, Dieffenbachia maculata

Welt

Herkunft & Verbreitung
Die Dieffenbachia kommt aus den tropischen Regionen in Mittel- und Südamerika und genießt auch das Leben auf den karibischen Inseln. In diesen Ländern werden die hübschen Pflanzen oft zur Zierde in Parks und öffentlichen Gärten angepflanzt. Die Dieffenbachie gehört zur Familie der Aronstabgewächse (Araceae) und ist damit unter anderem eine Cousine vom Einblatt, der Anthurium und der Monstera.

Liste

Alternative Namen:
Dieffenbachie, Schweigrohr oder Schweigohr, Giftaron, Dumb Cane, Leopard Lily, liebevoll auch „Dieff“ genannt

Lupe

Fun Fact
Ihren nicht schmeichelhaften Spitznamen „Dumb Cane“ oder zu Deutsch „Schweigrohr“ hat die Dieffenbachie wegen ihres giftigen Saftes. Der kann dazu führen, dass die Zunge anschwillt und man temporär nicht sprechen kann. Sklav:innen mussten zur Bestrafung Dieffenbachia-Blätter kauen. Weniger negativ behaftet, aber ebenso aussagekräftig ist ihr Name „Giftaron“. Extrakte aus dem Saft der Dieffenbachia werden in Ratten- und Insektengiften eingesetzt. Ja, die Dieffenbachia ist definitiv giftig.

Pflege der Dieffenbachia

Licht & Standort

Die Dieffenbachia braucht einen hellen bis halbschattigen Standort. Indirektes Licht behagt ihr, direkte Sonne verbrennt aber ihre Blätter. Da sind ihr dunklere Orte lieber!

Deine Dieffenbachie ist ein besonders schön gemustertes Exemplar? Dann steht sie hell am besten. Je mehr Grün sie auf ihren Blättern trägt, desto mehr Schatten verträgt sie. Und umgekehrt: Je grüner ihre Blätter werden, desto eher ist das ein Zeichen, dass es sie nach mehr Licht dürstet.

Deine Pflanze wächst buschig und produziert relativ viele Blätter aufs Mal, die sie Richtung Licht streckt. Damit sie gleichmäßig wächst, kannst du sie also von Zeit zu Zeit rotieren. Sonst tendiert sie dazu, einen schweren „Kopf“ zu bekommen und zu kippen. Das ist übrigens auch ein Zeichen, dass Umtopfen ansteht.

Deine Dieffenbachie möchte an einem warmen Platz stehen – Zimmertemperaturen sind also ideal für sie. Wenn du möchtest, kannst du die Dieffenbachia im Sommer auf den Balkon stellen. Da ihr die Sonne aber eher Unlust als Freude bereitet, kannst du sie gut auch das ganze Jahr drinnen lassen. Spätestens wenn die Temperaturen im Herbst unter 15°C fallen, sollte dein Giftaron wieder zu dir ins Warme.

Eine hohe Luftfeuchtigkeit tut der Dieffenbachia besonders gut. Deshalb fühlt sie sich nicht nur in deinem Schlafzimmer, Wohnzimmer und Büro wohl, sondern besonders auch im hellen Badezimmer. Keine Sorge, wenn du keine tropischen Verhältnisse vorweisen kannst: Dein Giftaron kann auch in deinem gewöhnlichen Raumklima glücklich werden.

Temperaturschwankungen und kalte Zugluft goutiert deine Dieffenbachia gar nicht.

Idealer Standort der Dieffenbachia: hell, aber ohne direkte Sonne, auch halbschattig möglich

Dieffenbachia gießen

Frühling - Sommer: Deine Dieffenbachia gehört mit ihren großen Blättern zu den eher durstigen Pflanzen, die aber wie fast alle Zimmerpflanzen keine Staunässe verträgt. Schwierig, meinst du? Keine Sorge! Der Fingertest hilft dir, das richtige Maß zu finden. Überprüfe etwa alle 5-7 Tage, ob der obere Teil der Erde (ca. 1-2cm) trocken ist. Wenn ja, kannst du die Dieffenbachie gießen. Je wärmer und heller es ist, desto öfter kannst du den Fingertest machen.

Damit du Staunässe gleich ausschließen kannst, eignet sich für sie auch das sogenannte Bottom Watering. Stell die Dieffenbachia einfach in ein mit Wasser gefülltes Becken, lass sie sich vollsaugen, abtropfen, fertig.

Herbst - Winter: Im Winter braucht deine Dieffenbachia weniger Wasser. Überprüfe alle 10-14 Tage, ob ihre Erde trocken ist, bevor du zur Gießkanne greifst. Halt sie lieber zu trocken als zu feucht.

Kalkarmes und zimmerwarmes Wasser ist übrigens wichtig für deinen Giftaron! Sonst kann er mit braunen Blattspitzen oder -rändern reagieren. Du kannst Regenwasser verwenden oder dein Leitungswasser 48 Stunden lang stehen lassen, um den Kalkgehalt zu mindern.

Dieffenbachien kann man auch in Hydrokultur erwerben und Stecklinge sehr gut in Wasser ziehen.

Dieffenbachia düngen

Im Frühling und im Sommer solltest du die Dieffenbachie alle 2 Wochen düngen. Den Flüssigdünger dosierst du besser niedriger als auf der Verpackung angegeben. Alternativ steckst du einfach 2-3 Biodünger Pellets in die Erde und hast gleich bis zu 6 Monate Ruhe.

Im Winter musst du die Dieffenbachia nicht düngen.

Pflege der Dieffenbachia: hell bis halbschattig ohne direkte Sonne aufstellen, alle 5-10 Tage giessen, von April bis August alle 14 Tage düngen

Sonstige Pflege der Dieffenbachia

Du darfst die Blätter deiner Dieffenbachia hin und wieder feucht abstauben. So entfernst du Staub, erlaubst ihr ungehinderte Photosynthese und beugst Schädlingen vor.

Besonderheiten der Dieffenbachia

  • Deine Dieffenbachia kann die Schadstoffe Xylol und Toluol aufnehmen und gilt deshalb als luftreinigende Pflanze.
  • Die Dieffenbachie ist sehr anpassungsfähig. Sie ist eine der wenigen Zimmerpflanzen, die auch bei wenig Licht gedeiht.
  • Meist nimmt die Dieffenbachie mehr Wasser auf, als sie benötigt oder über ihre Blätter verdunsten kann. Die Flüssigkeit gibt sie über ihre Poren an den Blattspitzen (Stomata) ab – dort tropft dann etwas Klares raus, vor dem du deinen Holzboden besser schützt.😉 Dieser Vorgang heißt Guttation.
  • In der Homöopathie ist die Dieffenbachia auch beliebt: Extrakte sollen bei vorzeitigem Samenerguss und Impotenz helfen.

Passt die Dieffenbachia zu mir?

Die Dieffenbachia ist der Inbegriff einer Zimmerpflanze: braucht wenig Platz, sieht einladend aus, versprüht tropische Vibes und gedeiht fast überall. Wenn du dich kurz mit ihren Bedürfnissen befasst, ist die Dieffenbachie auch für Anfänger:innen geeignet und kann ein langes Leben bei dir haben.

Hast du Haustiere und/oder kleine Kinder zuhause? Dann lohnt sich vielleicht ein Blick auf den nächsten Abschnitt und die Giftigkeit der Dieffenbachia, bevor du dich für diese Pflanze entscheidest.

Ist die Dieffenbachia giftig?

Um eins gleich klarzustellen: Die Dieffenbachia ist sehr giftig.

Ihre Blätter, Blüten und Triebe gehören nicht in den Mund und geben ein leichtes Kontaktgift ab, das wir auch über die Haut aufnehmen können. Am besten trägst du also immer Handschuhe, wenn du die Dieffenbachia anfasst – ob beim Schneiden, Umtopfen oder Abstauben. Die ganze Dieffenbachie ist giftig, vor allem aber ihr Stamm.

Genauer gesagt ist es Calciumoxalat im Pflanzensaft, das deine Haut und die Schleimhäute reizt. Die Pflanze kann diese Kristalle oder Nadeln bei Berührung abfeuern. Die Oxalsäure in der Dieffenbachie ist auch für erwachsene Menschen so giftig, dass nur wenige verzehrte Gramm zum Tod führen würden.

Vorsicht: Das unten austretende Gießwasser kann ebenfalls Kalzium-Oxalatkristalle enthalten. Schütze dich also auch dann, wenn du deine Dieffenbachia gießt und das Wasser danach wegschüttest.

Auch wenn du jetzt bestimmt aufpasst, zählen wir der Vollständigkeit halber typische Vergiftungssymptome beim Verzehr einer Dieffenbachie auf: Übelkeit, Anschwellen der Zunge, gereizte und brennende Schleimhäute, übermäßiger Speichelfluss, Schluck- und Sprechbeschwerden, Benommenheit, Herzrhythmusstörungen und Lähmungserscheinungen. An der Haut kann es zu Ausschlägen oder sogar Blasenbildung kommen. Schwellungen im Mund- und Rachenraum sind vor allem für kleinere Organismen (also Kinder und Tiere) gefährlich, weil sie die Atmung erschweren.

🚨 Vermutest du eine Vergiftung, such unbedingt eine medizinische Fachperson bzw. einen Tierarzt oder eine Tierärztin auf.

Damit gehört die Dieffenbachia auch ganz bestimmt nicht in unsere Kategorie der tierfreundlichen Pflanzen.

Leben Kindern oder Haustiere bei dir, musst du die Dieffenbachia außerhalb ihrer Reichweite platzieren. Es gibt zwar Hausmittel, die Katz und Hund von deinen Pflanzen fernhalten, aber bei der Dieffenbachie würden wir kein Restrisiko eingehen.

Arten & Farben der Dieffenbachia

Von der Dieffenbachia sind 51 Arten bekannt. Sie sind teils schwer zu unterscheiden, aber (leider) alle giftig (und dafür aber auch gleich pflegeleicht). Viele Sorten sind namenlos und/oder Hybride.

In unseren Wohnzimmern finden sich wohl am häufigsten Vertreterinnen der Dieffenbachia seguine bzw. früher Dieffenbachia maculata. Wie alle Dieffenbachien haben ihre Blätter eine grüne Grundierung, die je nach weißer, cremefarbener oder gelblicher Panaschierung weniger und weniger zum Vorschein kommt.

Dieffenbachia seguine mit leicht gelblichen Strichen als Blattzeichnung und in schwarzem Innentopf

Dieffenbachia seguine

Einige unserer ganz persönlichen Favoriten stechen vor allem mit diesen speziellen Blattzeichnungen hervor:

  • Die Dieffenbachia ‘Camilla’ hat fast vollständig gelbliche bis cremeweiße Blätter, die gegen Blattrand hin ausfransen und nur noch wenig Platz für Grün freilassen.
Dieffenbachia ‘Camilla’ mit weisser Musterung und dicken, dunkelgrünen Blatträndern

Dieffenbachia ‘Camilla’ (C: LucaLuca)

  • Die Dieffenbachia ‘Tiki’ hat eher dunkelgrüne Blätter mit einer blassgrünen Musterung und darauf weißen Sprenkeln.
  • Die Dieffenbachia ‘White Etna’ hat auffallend lange, eher schmale Blätter. Die weiße bis gelbliche Musterung ist über dem ganzen Blatt verteilt und lässt es fast so erscheinen, als sei es umgekehrt grün gefleckt.
  • Die Dieffenbachia ‘Green Magic’ setzt sich mit ihren fast ganz dunkelgrünen Blättern von anderen, wilder gemusterten Dieffenbachien ab. Nur die Blattrippe ist hellgrün.
  • Die Blätter der Dieffenbachia ‘Reflector’ sind dunkelgrün, rundlicher und mit gelben Sprenkeln und Klecksen versehen.

Wachstum, Größe & Blüten der Dieffenbachia

In der Natur wächst die Dieffenbachie als buschige Staude und wird bis zu 2 Meter hoch. Bei dir zuhause passt sie sich an deine Räume an und bleibt deutlich kleiner. Trotzdem kann sie eine stattliche Größe von 1,5 Metern entwickeln. Dabei gehört sie zu den eher schnell wachsenden Pflanzen.

Damit einher geht ein Luxusproblem: Deine Dieffenbachia wächst schnell, wird schwer und droht umzukippen. In dem Fall solltest du einen Drittel bis sogar die Hälfte der Pflanze zurückschneiden. Keine Sorge! Damit regst du sie zu Wachstum an, und sie wird sich mehr zur Staude bzw. zum Busch entwickeln, der sie eigentlich sein will. Damit der Trennungsschmerz nicht Überhand nimmt, kannst du die abgeschnittenen Teile ja als Stecklinge weiterverwenden.

Mit zunehmendem Alter verliert die Dieffenbachie übrigens ihre unteren Blätter nach und nach und bekommt so einen Stamm.

Die Blätter der Dieffenbachia sind grün und von gelb über cremefarben bis weiß panaschiert. Manche Dieffenbachien zeigen sogar pinke Einschläge. Die Blätter sind gesprenkelt, gefleckt oder unregelmäßig gestreift. Manchmal tritt die helle Blattfarbe in den Vordergrund und die grüne Grundfarbe siehst du vor allem noch an den Blatträndern.

Je nach Exemplar sind die Dieffenbachia-Blätter eher oval, eiförmig oder spitz zulaufend und können bis zu 45 Zentimeter lang werden. Die Musterung auf ihren Blätter kann sich ändern, wenn die Dieffenbachien älter werden.

Dieffenbachia schneiden

Eigentlich musst du deine Dieffenbachie nicht schneiden. Welke oder verfärbte Blätter kannst du natürlich entfernen, ob mit oder ohne Schere.

Solltest du doch mal zum Messer oder zur Gartenschere greifen, trag dazu bitte auch Handschuhe. Kontakt mit dem giftigen Pflanzensaft der Dieffenbachie willst du wirklich vermeiden. Dein Schneidwerkzeug solltest du entsprechend nachher auch gründlich reinigen.

Nach ein paar Jahren entwickelt deine Dieffenbachie einen Stamm. Sie wird dort also recht kahl und wirft die Blätter ab. Wenn du das verhindern möchtest, kannst du sie bei den ersten Anzeichen kräftig zurückschneiden und so zum Neuaustrieb anregen. Auch wenn sie dir zu groß oder oben zu schwer geworden ist, kannst du die Dieffenbachia schneiden.

Am besten machst du das im Frühling, dann kannst du aus den abgeschnittenen Teilen auch gleich Stecklinge ziehen.

Wann blüht die Dieffenbachia?

Bei optimalen Bedingungen kann eine Dieffenbachia auch in Zimmerhaltung Blüten bilden. Das ist aber eher selten. Außerdem muss sie dazu erstmal ein paar Jährchen alt geworden sein.

Die Blüte selbst sieht wie bei allen Aronstabgewächsen eher unscheinbar aus und ist weiß bis gelb. Sie ist kolbenförmig und von einem Hochblatt umgeben. Die Blüten halten nur wenige Tage.

Die Blütezeit der Dieffenbachie ist im März.

Auch die Blüte ist – wie alles an der Dieffenbachie – giftig.

Krankheiten & Schädlinge der Dieffenbachia

Sorgst du dich um ihre Gesundheit, behältst du am besten ihre Blätter im Auge. Dort wird sie dir Pflegefehler am schnellsten zeigen:Deine Dieffenbachie ist wie viele Zimmerpflanzen ziemlich robust!

Dieffenbachia kriegt gelbe Blätter

Bei gelben Blättern an deiner Dieffenbachia stehen mehrere Ursachen in Verdacht. Die Frage stellt sich: Wie gelb werden die Blätter deiner Dieffenbachie?

Ganz gelbe Blätter der Dieffenbachia

Werden nur die untersten 1-2 Blätter deines Giftarons gelb, handelt es sich um normale Inventur. Sie stößt ihre ältesten Blätter ab. Das ist nicht besorgniserregend: Du kannst die Blätter einfach abzupfen, wenn sie vollkommen gelb geworden sind. Ein untrügliches Zeichen für diese Variante ist es, wenn die Dieffenbachie oben fröhlich neu austreibt und die Jungblätter gesund aussehen.

Auch Staunässe kann aber ganze Blätter deiner Dieffenbachie gelb verfärben. Das ist sogar die häufigste Ursache, wenn die Blätter auch oben an deiner Pflanze gelb werden. Manchmal sind sie in dem Fall auch weich, welken und/oder haben gelbe oder braune Blattränder und -spitzen. Als Sofortmaßnahme kannst du die Pflanze mitsamt ihrem Wurzelballen aus dem Topf holen und die Erde mit Zeitungspapier umwickeln. Das entzieht erstmal das überschüssige Wasser. Ist die Erde sehr nass bzw. die Pflanze schon sehr betroffen, solltest du sie in trockene Erde umtopfen. Schwarze, faul gewordene Wurzeln schneidest du dann großzügig zurück.

Künftig lässt du die Erde zwischen den Gießabgaben länger trocknen. Mach immer erst den Fingertest und gieße erst, wenn die ersten paar Zentimeter sich trocken und bröselig anfühlen. Gerade im Winter kannst du auch ruhig einmal länger warten, wenn du unsicher bist.

Sind viele Wurzeln deiner Dieffenbachia faul und ihr Stamm fühlt sich weich an, ist es leider oft schon zu spät. In dem Fall kannst du versuchen, aus gesunden Stecklingen eine neue Pflanze zu ziehen.

Hellgelbe Blätter bzw. bleiche Blätter bei der Dieffenbachia

Hellgelbe Blätter treten auf, wenn deine Dieffenbachia zu hell steht. Direkte Sonne verbleicht ihre Blätter. Stell sie in diesem Fall einfach an einen immer noch hellen, aber nicht sonnigen Standort.

Auch Zugluft kann für diese gelbliche Verfärbung der Blätter verantwortlich sein. Oft sind vor allem die unteren Blätter betroffen und kräuseln sich. Ein neuer Standort ist auch hier die Lösung.

Nährstoffmangel zeigt sich bei der Dieffenbachia selten einmal mit bleichen, schwachen Blättern. Wenn du dich an die Düngevorgaben im Frühling und Sommer hältst, sollte das aber kein Problem und als Ursache schnell mal ausgeschlossen sein.

Hast du das Gießen echt mal ganz sein lassen, warst ohne Plantsitter:in in den Ferien und hast auch kein automatisches Bewässerungssystem installiert, können gelb gewordene Blätter an der Dieffenbachie auch auf Wassermangel hindeuten. Auch hier lautet das Vorgehen: Fingertest und wenn nötig gießen.

Dieffenbachia kriegt braune Blätter

Macht deine Dieffenbachia braune Blätter, kann das mehrere Gründe haben. Je nachdem werden unterschiedliche Teile der Blätter braun:

vollständig braune Blätter

Werden die untersten Blätter deiner Dieffenbachie braun, wirft sie diese wohl bloß ab. Sie haben das Ende ihrer Lebensdauer erreicht. Kein Grund zur Sorge!

Betrifft das aber mehrere Blätter und sie hängen und welken, hat deine Dieffenbachia vielleicht zu wenig Wasser erhalten. Gieße sie nach dem obligaten Fingertest.

braune Blattränder

Stört deine Dieffenbachia kalkhaltiges Wasser, zeigt sie dir das mit braunen Blattspitzen und einem leicht gelblichen Rand dahinter. Am besten lässt du das Wasser vor dem Gießen ein, zwei Tage stehen oder verwendest gleich zimmerwarmes Regenwasser.

Werden die Ränder der Dieffenbachia-Blätter braun und rollen sich leicht ein, kann das an zu vielen Salze im Dünger deiner Pflanze liegen. In dem Fall kannst du die Erde mit destilliertem Wasser oder abgestandenem Leitungswasser durchspülen und danach gut abtropfen und abtrocknen lassen.

Bist du ein sehr unsteter Mensch und gießt mal so, mal so, bietet dir die Dieffenbachia manchmal auch mit braunen Blattspitzen Einhalt. He!, sagt sie mit dem Mahnfinger: Sei bitte etwas konstant mit mir.

Und: Die viel gefürchtete Staunässe zeigt sich manchmal mit braunen Blattspitzen. Gleichzeitig werden viele Blätter gelb, welken, und die Pflanze wird weich und instabil. Was du dann unternehmen kannst, erfährst du im entsprechenden Kapitel unseres Gießen-Blogbeitrags.

Nicht zuletzt ist auch Zugluft manchmal die Übeltäterin bei braunen Blatträndern. Vermutest du das, solltest du die Dieffenbachia von zugigen Orten entfernen.

braune Flecken auf den Blättern

Im Sommer tippen wir mal auf Sonnenbrand. Erlaubst du direktes Sonnenlicht auf deiner Dieffenbachia, kann sie das stellenweise verbrennen. Gerade junge, zarte Blätter sind betroffen. Ein, zwei Meter weiter zurück mit deiner Pflanze, und das Problem ist gelöst.

Im Winter können braune Flecken auf den Dieffenbachia-Blättern auftreten, wenn du sie zu selten gießt oder noch immer düngst. Beides solltest du vermeiden. Auch trockene Heizungsluft und zu wenig Licht sind möglich – eine häufige „Krankheit“ in den kühleren Monaten unserer Breitengrade. Diese Flecken siehst du vor allem bei Dieffenbachien-Arten, die viel Weißanteil aufweisen. Eine Pflanzenlampe kann hier Abhilfe schaffen.

Blätter der Dieffenbachia werden grün

Die Blätter deiner Dieffenbachia „vergrünen“? Dann fehlt ihr Licht. Sie steht zu dunkel und muss sich mit mehr Grün behelfen, um genügend Photosynthese umsetzen zu können.

Stell die Dieffenbachie einfach in indirektes, aber helles Licht.

Dieffenbachien-Blätter hängen

Fangen die Blätter deiner Dieffenbachia an, leicht runterzuhängen, steckt oft zu wenig Wasser dahinter. Deine Pflanze hat Durst!

Am besten machst du gleich den Fingertest und schaust, wie sich die Erde anfühlt. Ist diese allerdings statt trocken sehr feucht, spricht das für Wurzelfäule. Deine Dieffenbachia kann über ihre Wurzeln keine Nährstoffe und auch kein Wasser mehr aufnehmen. In dem Fall solltest du deine Pflanze schleunigst umtopfen.

Fühlt sich die Erde überhaupt nicht ungewöhnlich an, kommen als Ursachen für hängende Blätter der Dieffenbachie auch noch zu wenig Licht, zu viel Licht oder kalte Temperaturen bzw. Zugluft in Frage. Bei allen Punkten bringt dir ein Blick bzw. ein Fühlen im Zimmer umher wohl die Antwort! 😉

Dieffenbachia-Blätter fallen ab

Verliert deine Dieffenbachia ihre Blätter? Dann wird das einen von vier Gründen haben:

  • Alter

Deine Dieffenbachia hat schon ein paar Jährchen auf dem Buckel? Dann möchte sie zum Baum werden und verliert ihre unteren Blätter. Sie entwickelt einen Stamm.

  • kalte Temperaturen bzw. kalte Zugluft

Deine Dieffenbachie mag es warm und kuschlig. Kalte Windstöße und Zugluft, auch aus Lüftungsschächten, machen ihr zu schaffen. Sie fängt dann typischerweise an, ihre unteren Blätter abzuwerfen. Ein Standortwechsel ist die Lösung.

  • zu wenig Licht

Deine Dieffenbachia gleicht einer Palme? Ihre unteren Blätter hat sie verloren, aber oben treibt sie munter weiter aus? Dann kann das an zu wenig Licht liegen. Die Dieffenbachie braucht einen hellen, aber nicht sonnigen Standort. Im Winter kann eine Pflanzenlampe helfen, das dringend nötige Vitamin S (für Sonne) bereitzustellen.

Ist es mit dem Kahlschlag schon weit her, darfst du großzügig etwa einen Drittel deiner Pflanze zurückschneiden. Ja, auch wenn es weh tut! So regst du die Dieffenbachia zu neuem, gleichmäßigem Wachstum an.

  • Staunässe

Wenn die Blätter deiner Dieffenbachia verblassen, welken, weich werden und schließlich abfallen, steckt wohl Staunässe dahinter. Vielleicht haben schon die Wurzeln deiner Pflanze zu faulen begonnen. Am besten befreist du diese einmal von Erde und schneidest faule, schwarze oder plattgedrückte Exemplare ab. Die Dieffenbachie darf dann in trockene Erde und deine Gießkanne bleibt etwas länger im Schrank.

Schädlinge der Dieffenbachia

Obwohl die Dieffenbachie sehr giftig ist, hält das eine Reihe von Schädlingen nicht davon ab, an ihren Blättern zu saugen. Das kommt zum Glück nicht häufig vor.

Vermutest du trotzdem einen Schädlingsbefall, findest du am besten mit unserem Blog raus, um welches Biest es sich handelt.

Trauermücken zum Beispiel erkennst du als kleine Fliegen, die um deinen Pflanzentopf schwirren. Sie mögen feuchte Erde. Als Sofortmaßnahme kannst du also die Erde etwas länger austrocknen lassen als sonst. Je nachdem, wie stark deine Pflanze befallen ist, hilft eine Kombination aus diesen Mitteln:

  • Solbac Tabs übers Gießwasser
  • Nematoden (Nützlinge)
  • Gelbtafeln

Auf den Blättern der Dieffenbachia selbst kannst du eher mal Wollläuse (auch Schmierläuse genannt), Spinnmilben und Schildläuse antreffen. Wenn deine Dieffenbachia befallen ist, fangen sich ihre Blätter an zu verfärben, werden gelblich, verlieren also die Nährstoffe, oder rollen die Ränder ein. Wenn du deine Dieffenbachie gießt, solltest du immer auch ihre Blätter und vor allem die Blattunterseiten unter die Lupe nehmen. So erkennst du einen Schädlingsbefall idealerweise schon am Anfang.

Darauf solltest du schauen:

  • weiße, rötliche oder schwarze Punkte, die sich bewegen, wenn du mit dem Finger rangehst
  • Netze (sehen aus wie winzige, kompakte Spinnennetze)
  • kleine Wattebäuschchen
  • klebrige Flecken

Das tust du dann:

  • Blätter bzw. Schädlinge abwischen, im Fall von Schildläusen abkratzen
  • die Pflanze großzügig mit Schädlings-Spray einsprühen
  • alle 3-5 Tage kontrollieren, ob die Biester zurück sind, und die Behandlung weiterführen

Wichtig: Isoliere eine befallene Dieffenbachia von deinen anderen Pflanzen. Ansonsten könnten sich die Parasiten ausbreiten.

Dieffenbachia überwintern

Geht es auf Herbst und Winter zu, ändert sich die Pflege deiner Dieffenbachia etwas.

Weil sie nicht mehr groß weiter wächst, braucht sie weniger häufige Gießeinheiten und keinen Dünger.

Warme Temperaturen sind aber weiterhin wichtig. Du kannst deine Dieffenbachie also nicht kühl überwintern. Alles über 15 Grad ist allerdings in Ordnung.

Im Winter warten ein paar Fallstricke auf dich:

Dieffenbachia seguine mit fast vollständig weiss panaschierten Blättern

Dieffenbachia seguine (C: Alexey Demidov)

Dieffenbachia umtopfen

Wann du deine Dieffenbachia umtopfen musst? Nun, als Faustregel gilt: Jüngere Exemplare dürfen so alle 2 Jahre ran, älteren reicht es auch, wenn sie alle 3-4 Jahre einen neuen Topf kriegen. Das ist aber auch abhängig von ihrem Wuchs bzw. der Schnelligkeit, mit der sie deinen Dschungel einnehmen.😁

Dass sie sich nach einem neuen Kleid sehnt, zeigt dir deine Dieffenbachie unter anderem

  • indem sie kaum noch wächst,
  • „kopflastig“ wird und umzukippen droht,
  • mit ihren Wurzeln fast den Innentopf zum Platzen bringt.

Am besten schnappst du dir also im darauffolgenden Frühling folgendes Equipment:

Nachdem du deine Schneidgeräte desinfiziert hast, geht es mit dem Umtopfen los:

  • Zieh dir als Erstes unbedingt mal deine Handschuhe an. Die Dieffenbachia willst du nicht berühren. Ihr Pflanzensaft ist giftig, aber auch die Pflanze selbst kann bei Berührung Hautirritationen auslösen.
  • Fülle etwas Erde in deinen neuen Innentopf.
  • Nimm deine Dieffenbachia mitsamt dem Erdballen vorsichtig aus dem Topf. Du kannst den Innentopf rundherum etwas drücken, damit sich die Erde besser löst.
  • Im Kreis aufgewickelte Wurzeln kannst du abrollen und mit deinem Schneidinstrument kürzen.
  • Von der alten Erde kannst du so viel wie möglich abbröckeln, ohne die Wurzeln zu verletzen. Am besten hältst du die Dieffenbachie mit einer Hand am Stamm und bearbeitest mit der anderen den Wurzelballen. Oder du lässt dir von einer ebenfalls vollständig bekleideten und behandschuhten Person helfen.
  • Stell die Dieffenbachia nun in ihren neuen Topf. Sollte sie etwas hoch gebettet sein, schütte wieder etwas Erde aus dem neuen Innentopf. Die Erdoberfläche sollte etwa 1-2 Zentimeter unter dem Topfrand zu liegen kommen.
  • Halte die Pflanze nun etwa in der Mitte gerade und fülle die restliche Erde auf. Du kannst den Topf immer wieder rückeln und schutteln, äh, ruckeln und schütteln, damit sie an ihren Platz fällt.
  • Leicht andrücken, leicht angießen, fertig.

Mehr Details findest du übrigens in unserem Blogbeitrag zum Umtopfen.

🤘 Profitipp von Pflanzendoktor Janko: Mit einem tiefen, schweren Topf reduzierst du das Risiko, dass dir deine Dieffenbachia bald wieder einmal umkippt.

Dieffenbachia vermehren

Deine Dieffenbachia vermehrst du am einfachsten mit Stecklingen. Damit sie schön wurzeln, musst du ihnen ein warmes Zuhause geben. Auch die Teilung des Wurzelballens ist einfach.

Dieffenbachia vermehren über Stecklinge

Die Dieffenbachie macht das Steckling-Ziehen erfahrungsgemäß wunderbar mit. Pflanzen-Stecklinge sind immer auch ein tolles Geschenk.

Dazu kannst du einfach 10-15 Zentimeter lange Triebteile deiner Dieffenbachia knapp unter einem sogenannten „Auge“ oder Knoten abschneiden.

Achtung! Beim Schneiden solltest du wie immer Handschuhe tragen, damit du keine giftigen Teile der Pflanze berührst.

Dann gehst du weiter wie folgt vor:

  • Entferne die untersten Blätter an deiner neuen Pflanze, damit die nicht im Wasser faulen.
  • Die Dieffenbachia-Stecklinge stellst du am einfachsten in ein Glas oder eine Vase mit Wasser und wartest ein paar Wochen, bis sich dichte Wurzeln zeigen.
  • Nun dürfen die Stecklinge in nährstoffarme Anzuchterde.
  • Spanne eine Folie über den Topf oder pack ihn in eine Tüte ein, um das warme Klima und die hohe Luftfeuchtigkeit ihrer Heimat nachzuahmen.
  • Die Anzuchterde darf leicht feucht bleiben, aber nicht nass sein. Am einfachsten stellst du das mit einer Sprühflasche sicher.
  • Sobald der Steckling nochmals 5-10 Zentimeter gewachsen ist, darfst du davon ausgehen, dass er stabil angewurzelt hat. Dann kannst du ihn in einen leicht größeren Topf übersiedeln.

Du kannst die Dieffenbachia aber auch über Stammstecklinge vermehren. Dazu musst du ca. 5 cm breite Stücke aus dem Stamm schneiden und auf die Erde legen. Auch über diesen Topf darfst du für den Terrarium-Effekt ein Stück Folie ziehen. Die Folie kannst du entfernen, sobald sich Keimlinge bzw. kleine Triebe zeigen. Das ist ein Zeichen, dass der Stammsteckling anwurzeln konnte.

Die Kopfstecklingsvariante ist aber deutlich einfacher.😅

Dieffenbachia mit dunkelgrünen Blättern und weiss-hellgrüner Zeichnung

(C: Alexandr Podvalny)

Dieffenbachia vermehren über Ableger bzw. Trennung des Wurzelballens

Mag dich deine Dieffenbachie sehr bzw. ist sie Fan von ihrem Standort und den Bedingungen bei dir zuhause, schenkt sie dir manchmal Kinder in Form von Kindeln. Das sind Klone der Mutterpflanze, die neben ihr aus der Erde sprießen.

Sobald diese um die 10 Zentimeter hoch sind, nimmst du sie idealerweise im Frühling, wenn du sowieso umtopfst, aus der Erde und pflanzt sie in ihren eigenen Topf.

Das Rhizom, also die dicke Stelle der Wurzel, an der beide Pflanzen befestigt sind, kannst du etwa mittig durchtrennen. So haben sowohl Mutterpflanze als auch Baby-Dieffenbachia noch was vom Rhizom und können stabil anwurzeln. Nimm dazu ein desinfiziertes Messer oder eine saubere Gartenschere, damit du keine Keime überträgst.

Die Dieffenbachia-Ableger darfst du wie ausgewachsene Pflanzen behandeln. Beim Wasser und dem Dünger solltest du proportional zur Größe der Pflanze halt einfach etwas vorsichtig sein.